Beziehung retten: Krisen bewältigen

Paare, die in einer Krise ihre Beziehung retten möchten, haben heute viele Möglichkeiten. Eine Paartherapie z. B. kann umso schneller helfen, je früher Sie sie nutzen. Sind Sie erstmal auf der Suche nach Tipps und Informationen? Dann finden Sie auf diesen Seiten einige Anregungen, was Sie für Ihre Beziehung tun und wie Sie Ihre Liebe (wieder) stärken können.

Starre Bilder, Rollen und Muster lösen

Solange wir flexibel bleiben, ist Entwicklung möglich. Erstarren unsere Bilder voneinander, unsere Rollen und Handlungsmuster jedoch, so friert die Beziehung ein. Denn Liebe braucht Offenheit, Weichheit und Beweglichkeit, z. B. beim Umgang mit Unterschieden oder wenn es darum geht, wie wir einander sehen und Kritisches benennen.

Beides kann starke Gefühle von Ungerechtigkeit oder Ohnmacht auslösen. Häufen sich diese negativen Gefühle an, so brauchen wir dringend einen Ausweg, um gesund und glücklich zu bleiben oder es wieder zu werden und die Beziehung zu retten.

Gegensätzliche Rollen? Annäherung statt Polarisierung!

Wenn es in Ehe oder Partnerschaft kriselt, signalisiert dies oft ein Ungleichgewicht. Etwas ist aus dem Lot geraten, bringt die Liebe ins Wanken. Nicht selten sind wichtige Pole dann einseitig besetzt: Das Paar ergänzt sich nicht mehr, sondern verharrt in einer scharfen Rollenteilung, die letztlich beide unglücklich macht. Ehemals bereichernde Unterschiede sind zu trennenden Gegensätzen geworden.

Das liegt nicht nur an individuellen Temperamenten und Werten. Meist lebt jede/r Einzelne dann einen Extrem-Pol stellvertretend für den anderen mit aus. Oft drängen die Partner*innen sich, scheinbar ungewollt, regelrecht in die Extrempositionen. Dies funktioniert z. B. durch unbewusste Projektion, einem klassischen Abwehrmechanismus, der der psychischen Entlastung dient. Sind bestimmte Macken sicher beim Anderen deponiert, so können wir uns augenblicklich besser fühlen (als er).

Kein Wunder, dass es in Paartherapie und Eheberatung besonders oft um Fragen geht, wie: Passen wir wirklich (noch) zueinander, oder sind wir zu verschieden, um unsere Beziehung zu retten? Können und wollen wir uns annähern oder einigen? Oder ist es gut, so verschieden zu sein, weil das 'zu viel Nähe' verhindert? Bereichern wir uns mit unseren Eigenarten? Oder bringen wir uns immer wieder auf die Palme und gehen uns dann fast an den Kragen? Kommt jeder auf seine Kosten?

Zentrale Ebenen, auf denen Unterschiede oft zu Polarisierungen werden, sind:

  • Bindung und Autonomie:
    z. B. "Lass mir meine Freiheit" – "Lass mich nie allein."
  • Dominanz und Anpassung:
    z. B. "Ich weiß, was richtig ist." – "Da komme ich nicht gegen an."
  • Nähe und Distanz:
    z. B. "Das ist mir zu eng." – "Ich sehne mich nach Intimität."
  • Geben und Nehmen:
    z. B. "Du lässt dir nie helfen." – "Ich tu alles nur für dich."

"Du bist immer ..." – Zuschreibung oder Eigenschaft?

Ebenso verletzend und destruktiv für die Beziehung können negative fixe Bilder voneinander sein. Schnell heißt es dann: "Du bist immer so ...!" – Nimmt der Partner uns regelmäßig negativ wahr, so fühlen wir uns von ihm auf ungeliebte Eigenschaften festgelegt. Nun kann es für beide stets schwerer werden, aus diesem Schubladen-Denken wieder auszusteigen. Stattdessen erleben wir die Zuschreibung nicht selten als Angriff auf unser Selbstwertgefühl und den Partner nun mehr und mehr als Gegner.

Ein konstruktiver Umgang mit berechtigter Kritik und der liebevolle Umgang mit Unterschieden bzw. mit den für uns kritischen Seiten des Anderen sind eben nicht immer einfach, aber oft nötig, um eine angeknackste Beziehung zu retten. Und sie sind erlernbar - z. B. dank Paartehrapie.

Nicht selten dient die Zuschreibung negativer Eigenschaften an den Partner bzw. die Partnerin unbewusst (!) dazu, eigene Macken auf den Anderen zu projizieren. Häufig bedeutet es, sich nicht mit seinen bzw. ihren Gedanken und Bedürfnissen auseinanderzusetzen, indem wir sie mit einem "Du bist immer so ... (kompliziert, anstrengend, empfindlich, ...)" abtun.

Tools für den Erste-Hilfe-Kasten:

Die Beziehung retten mit ...

Hier finden Sie nach und nach bewährte Tools für Ihren "Erste-Hilfe-Kasten": Wenn Sie Ihre Beziehung retten oder pflegen wollen.

1. Die Beziehung retten mit: Sorry!

Verletzungen passieren vermutlich in jeder Beziehung. Entscheidend ist, was danach geschieht. Im Song heißt es: "Sorry seems to be the hardest word." Das geht zumindest vielen Menschen so. Dabei können ehrliche Entschuldigungen das Leben enorm erleichtern ... und viele Beziehungen retten.

Fragen Sie sich, ob Sie sich für etwas entschuldigen sollten? Probieren Sie es. Tun Sie es lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Ausnahmen: Wenn Sie die Entschuldigung nicht ehrlich meinen; und Menschen (Frauen), die sich ständig für etwas entschuldigen.

2. Die Beziehung retten mit: Autsch!

Hat Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie verletzt? Versuchen Sie nicht cool zu sein. Sprechen Sie darüber. Viele Beziehungen wären leichter, wenn die Menschen mehr (Mit-)Gefühl für ihre eigenen Verletzungen hätten. 

Die Wurzeln vieler Konflikte reichen weit zurück: Damals als wir uns kennen lernten, ... beim ersten Besuch deiner Eltern,  ... in den Flitterwochen, ... in der 1. Schwangerschaft, ... Vielleicht haben Sie geschwiegen, denn Sie wollten keinen Streit, nicht kleinlich oder 'überempfindlich' sein. Weh getan hat es aber doch? Wie kleine Unkrautsamen lagert sich so manche alte Kränkung in tiefe Schichten ein. Kommt im Laufe der Zeit dann Ähnliches hinzu, heilt die Zeit nicht alle Wunden. Je tiefer die Wurzeln desto schwer kann es werden, ... Also sagen Sie es lieber gleich.

3. Die Beziehung retten mit: Früher ...

Wissen Sie noch, wie Sie beide sich kennen gelernt haben, sich verliebt oder Ihren ersten tollen Urlaub miteinander verbracht haben? Was sind Ihre schönsten Erinnerungen aus Ihren guten, alten Zeiten?

Wie oft sprechen Sie darüber, erinnern Sie sich gemeinsam daran? Man steigt zwar nie zweimal in den selben Fluss, aber ein angegrauter Alltag lässt sich mit rosa Erinnerungen tatsächlich aufhellen, indem wir den aktuellen Schwierigkeiten die positiven Erfahrungen zur Seite stellen. Dabei aktivieren wir – neurobiologisch gesehen – die Netzwerke im Gehirn, die damals aktiv waren, und damit die guten Gefühle.

4. Die Beziehung retten mit: Platzwechsel!

Tauschen Sie öfter mal den Platz: Wechseln Sie die Perspektive. Das heißt nicht nur: Wie würde es mir gehen, wenn du mir das gesagt oder getan hättest, was ich gerade gemacht habe? Es heißt auch: Wie würde es mir damit gehen, wenn ich du wäre, also: So ticken würde wie du, deine Geschichte hätte, aus deiner Familie käme, deinen Job hätte, ein Mann/eine Frau wäre, der/die ... Sehen Sie die Welt dann so weit wie möglich aus seinen/ihren Augen.

Versetzen Sie sich in Ihren Lieblingsmenschen hinein. Das heißt: Denken und fühlen Sie sich ein. Hilfreich ist dazu auch 'Meine Insel – deine Insel' (s. unten).

4. Die Beziehung retten mit: Stopp!

Vereinbaren Sie, Gespräche sofort zu unterbrechen, wenn sie destruktiv werden. Sonst sammeln Sie nur weiterhin negative Erfahrungen miteinander an. Vereinbaren Sie hierzu ein freundliches, vielleicht sogar humorvolles Stopp-Wort und nutzen Sie dies, sobald die Kommunikation in den Keller geht. Gehen Sie dann auseinander, sorgen Sie jede:r für sich dafür, dass Sie sich beruhigen, und führen Sie das Gespräch zu einem zuvor vereinbarten Zeitpunkt fort, wenn Sie wieder in der Lage sind, sich freundlich und lösungsorientert zu begegnen. Vielleicht hilft Ihnen dabei die Gesprächsstruktur 'Meine Insel – deine Insel' (s. unten).

Beziehung retten mit TreueLust

Wenn Sie Ihre Beziehung retten wollen, finden Sie auf den anderen TreueLust-Seiten folgende Tools:

Beziehung retten: Negative Muster unterbrechen.

In der Paartherapie in Münster & in der Paarberatung online unterstütze ich Sie persönlich dabei, Polarisierungen und fixe Bilder voneinander zu überprüfen, aufzuweichen und sich wieder anzunähern. Hier können Sie negative Beziehungs-Muster leichter durchschauen, im positiven Fall Ihre Beziehung retten und neue Wege entdecken. Damit Sie beide wieder mehr Handlungsspielraum, Beweglichkeit und Zufriedenheit gewinnen – und öfter (wieder) Momente des kleinen oder großen gemeinsamen Glücks.

"Die  Beziehung retten", das klingt dramatisch. Und genau so dramatisch fühlt es sich für  die meisten Menschen dann auch an. So wird z. B. bei Google nach "Beziehung retten"  ganze 6.600 Mal gesucht, während die rationaleren Suchwörter "Beziehungsprobleme lösen" in der gleichen Zeit lediglich 480 Mal eingegeben werden (Stand 30.12.20).